MILPA – Bohnen, Mais und Kürbis

Eingetragen bei: Garten, Gemüseanbau, Pflanzenportrait | 0

Sehr interessant ist eine alte indigene Mischkultur: die Milpa! Im Mittelpunkt stehen die drei Schwestern “Mais, Bohnen und Kürbis”, die sich optimal in einem Beet ergänzen.

Eine schöne Erläuterung über MILPA und die Mischkultur der indigenen Völker hat der der BUND Kreisgruppe Region Hannover in einem Flyer zusammengestellt.

Ich werde es in diesem Jahr auch probieren und davon berichten. Als Mais habe ich mir eine rote Gemüsemais Sorte mit dem etwas gruseligem Namen “bloody butcher” ausgesucht und den Zuckermais “golden Bantam”. Beide natürlich nicht genverändert und samenfest!  Als Stangenbohnen habe ich “Grünes Posthörnli” und die Zucchini “Back Beauty”, die aber klassisch grün und lang ist und die runde Zucchini “Lemon”, die gelb wird, wenn sie reif ist. Ich bin gespannt, wie sich meine MILPA in Hamburg macht!

Bohnen

Wenn du Bohnen säen möchtest, kannst du die Keimung übrigens um ca. 1 Woche beschleunigen, in dem Du Stangen-/Buschbohnen über Nacht einweichst und dann legst. Nach dem Legen nicht viel gießen, damit die Samen nicht faulen. Die wärmebedürftige Bohne sollte nicht vor Mai gesät werden, denn vorher ist der Erdboden noch zu kalt. Es empfiehlt sich vor allem in rauen Lagen die Vorkultur in Töpfen. Vorteile der frühen Anzucht sind, dass du früher ernten kannst und die Jungpflanzen vor Bohnenfliegen und Schnecken sicher sind.

Mais

Die Maissamen keimen besser, wenn du sie eine Nacht in Wasser einweichst.

Man sollte aber nicht eine einzelne Reihe allein säen (besser ist sogar ein quadratisches Maisbeet), weil so die Bestäubung (Windbestäubung) schlechter funktioniert und nur durch eine gute Bestäubung die Maiskolben später rundherum gut mit Körnern besetzt sind. Wird Mais im Garten als Sicht- oder Windschutz gepflanzt, sollte dies mindestens in einer Doppelreihe (50cm Abstand) geschehen.

Zucchini / Kürbis

Wie alle Kürbisgewächse tragen auch Zucchini männliche und weibliche Blüten an einer Pflanze. Die weiblichen Blüten tragen kürzere Stiele und zeigen unterhalb der Blütenblätter eine kurze Verdickung, den sogenannten Fruchtknoten. Daraus entstehen nach der Befruchtung die Zuchini. Die langstieligen männlichen Blüten bilden sich im Regelfall vor den weiblichen.

Eine unzureichende Befruchtung der weiblichen Blüten bewirkt ein vorzeitiges faulen der weiblichen Fruchstände. Dies ist meistens witterungsbedingt und tritt vor allem in kühlen, nassen Sommern auf. Du kannst dann eine voll entwickelte männliche Blüte abkneifen, die Blütenblätter entfernen und mit den Staubfäden über die Narben der weiblichen Blüten streichen. Wenn sich die ersten kleinen Zucchini bilden, entferne ich die welche Blüte am Kopf der Frucht, weil sie bei feuchter Witterung Haupteintrittspforten für Pilzerreger sind, die anschließend auf die jungen, noch weichen Früchte übergreifen.

Wichtig ist außerdem eine gleichmäßige Versorgung mit Wasser und Nährstoffen, denn unter Stress bilden Zucchini verstärkt männliche Blüten. Am besten schmecken die Zucchini, wenn sie noch klein sind und eine ständige Ernte fördert den neuen Fruchtansatz.

Achtung: Wenn ihr Kürbisse und Zucchini nebeneinander pflanzt, können Kreuzungen entstehen. Auf diese Weise hatte ich im vorletzten Jahr einen Zucchaido Kürbis bekommen. Das ist toll, denn den gibt es nicht zu kaufen! Lecker war er auch, aber weil das so ist, sollten in die Nähe der Speisekürbisse bzw. Zucchini auf keinen Fall Zierkürbisse gepflanzt werden, denn die Kreuzungen sind nicht immer lecker und schlimmstenfalls giftig!

Zucchaido oder Hokkini
Zucchaido oder Hokkini ? Das kann passieren, wenn der Hokkaido zur Zucchini rankt…

Hinterlasse einen Kommentar