Tomaten vorziehen, pflegen und düngen

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Tomaten säen

Tomaten kann man in kleine Töpfe oder Schalen auf der Fensterbank aussäen. Die Schalen fülle ich immer zur Hälfte mit guter Blumenerde und nur die obere Hälfte mit Anzuchterde. Die Samen sollen nicht gleich am Anfang zu viele Nährstoffe bekommen, aber wenn die Wurzeln besser und länger werden, nehmen sie die Nährstoffe der nährstoffreicheren Blumenerde auf. Das hat in den letzten Jahren immer gut geklappt. Ich achte auch darauf, dass ich nicht zu dicht säe! Beim Pikieren möchte ich Keimling für Keimling entnehmen und nicht ein Büschel. Da ich wenig Ausfall habe (außer es keimen wirklich mal ein paar Samen nicht), lohnt sich das.

 

Tomaten pikieren

Wenn die Tomaten die ersten Keimblätter bekommen, müsst ihr aufpassen, dass sie nicht “vergeilen”. Das bedeutet, dass sie ganz lang und dünn werden und es besteht die Gefahr, dass sie einfach kraftlos umkippen. Das passiert, wenn sie zu warm stehen und zu wenig Licht bekommen. Zum Pikieren der Keimlinge benutze ich asiatische Esstäbchen, welche ich vorher ein wenig anspitze. Pikieren heißt, die Keimlinge in ein größeres Töpfchen zu pflanzen. Insbesondere wenn sie zu dicht zusammenstehen. Beim pikieren könnt ihr die Keimlinge etwas tiefer einsetzen, so dass die Keimblätter nun dicht über dem Boden sind. Die Wurzeln bilden sich dann auch am Stengel und die Tomaten werden kräftiger. Damit ich später weiß, was ich so pikiert und gesät habe, nehme ich Pommes Pieker aus Holz, die ich dann beschrifte. Irina verkauft ihre Tomaten mit Nummernbezeichnungen, die 848 ist “German pink” (Große rosa-rote frühreife kartoffelblättrige Fleischtomate. 1 Stamm belassen). Wenn sich die Köpfe zum Licht drehen, die Töpfe etwas drehen, damit sie gerade wachsen.

Pikierte Tomaten
Pikierte Tomaten

 

Tomaten auspflanzen

Ab Mitte April können Tomaten ins Gewächshaus gepflanzt werden. Auf jeden Fall sollten sie überdacht werden, da sie bei Regen gerne die Kraut- und Braunfäule bekommen. Es gibt auch unempfindlichere Sorten, aber ihr solltet dann sicher sein, dass ihr eine solche Sorte habt. Es gibt auch Regenhauben, aber die funktionieren meiner Meinung nach nur, wenn man sie bei gutem Wetter immer gleich abmachen kann, damit die Hummeln ihr Werk  tun können. Ohne Hummeln keine Tomaten!

Die Erde sollte locker und gut gedüngt sein.  Die Tomatenpflanzen solltest du  ca. 5 cm tiefer setzen als vorher in der Erde waren, so bilden die Jungpflanzen auch an der Stängelbasis neue Wurzeln. Der Pflanzabstand von mindestens 50 Zentimeter Platz zwischen den Pflanzen sollte eingehalten werden, was natürlich keine Rolle spielt, wenn du sie einzeln in den Kübel setzt. Und die Rankhilfen  nicht vergessen.

 

Tomaten entgeizen

Zunächst solltet ihr wissen, welche Sorte von Tomaten ihr habt, Stabtomaten oder Buschtomaten. Manchmal steht auf der Packung, ob ein entgeizen notwendig ist oder nicht. Ich habe z.b. meine Tomaten bei Irinas-Tomaten-Shop gekauft, dort steht in der Beschreibung (auf der Webseite, leider nicht auf der Samenpackung), ob die Tomaten ein oder mehrtriebig gezogen werden sollte. Stabtomaten werden meist ein- oder zweitriebig gehalten, während Buschtomaten auch mehr vertragen und manchmal auch nicht entgeizt werden müssen.

Da Tomaten ständig neue Seitentriebe ausbilden, die sich buschig verzweigen und aufgrund ihres Gewichts Richtung Boden tendieren, sollten sie entgeizt werden. Auch um die Kraft in die Tomaten zu lenken und nicht nur in die Produktion von mehr grünen Blättern, ist es günstiger, Tomaten zu entgeizen. Manche Tomatensorten können eine Trieblänge von bis zu vier Metern erreichen.

Die Seitentriebe wachsen in den Achseln zwischen Haupt- und Blatttrieb. Solange diese Geiztriebe noch recht klein und zierlich sind, kannst du sie mit den Fingern rausbrechen.

Diese Maßnahme sollte am besten einen warmen und trockenen Tag erfolgen damit sich die „Wunden” besser schließen. Denn Wunden bilden unter Umständen eine Grundlage für einen Befall durch verschiedene Pflanzenkrankheiten, wie zum Beispiel der Braunfäule.

Das Entgeizen sollte regelmäßig erfolgen.

Die entfernten Seitentriebe kannst du auch als Ableger verwenden, wenn du noch genug Platz hast. Stelle den entfernten Trieb einfach in ein Glas mit Wasser und warte ca. 10 Tage, bis sich die ersten kleinen Wurzeln ausgebildet haben. Die kannst du dann wieder in einen Topf umpflanzen.

 

 

Tomaten
Fast erntereife Tomaten

Tomaten düngen – biologische Nahrung

Tomaten zählen zu den Starkzehrern und benötigen entsprechend viel Nahrung und müssen daher recht häufig gedüngt werden. Als biologischer Dünger kommt Hornspäne, reifer Kompost, Kuhdung oder Pferdemist, außerdem kannst du Beinwell- oder Brennesseljauche verwenden. Bei zu viel Stickstoffdünger schießt das Kraut und die Tomaten werden nicht so schmackhaft. Also übertreiben solltet ihr auch nicht. Auch zu viel Dünger schadet der Pflanze ebenso.

Eine gesunde Pflanze ist besser gegen einen unerwünschten Schädlingsbefall und Krankheiten geschützt. Ein starker Befall, ob nun mit Schädlingen oder Pflanzenkrankheiten, kann Ihre gesamte Ernte ruinieren und die ganze Hege und Pflege war umsonst.

Ihr könnt eure Tomaten auch zusätzlich noch mulchen. Neben den ausgegeizten Trieben eignen sich die abgeschnittenen Blätter. Denn Tomaten fühlen sich in ihrem eigenen „Abfall” sehr wohl.

 

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